Deutschland Schwarz Weiß - Noah Sow - Handeln Sie
Noah Sow
 

Was Sie tun können

Sich mit etwas nur theoretisch auseinanderzusetzen genügt nicht. Rassismus ist kein Schwarzes, sondern ein weißes Problem. Sie müssen begreifen, dass Sie den Schuh, den Sie sich nicht anziehen wollen, bereits tragen. Erst dann können Sie ihn wieder loswerden.

Rassismus verletzt unsere ganze Gesellschaft, und bei genauem Hinsehen sind in jedem rassistischen System alle Menschen auf unterschiedliche Art betroffen. Tun Sie also nicht so, als sei das nicht Ihr Problem, und schieben Sie Rassismus nicht auf ein Machtspielchen zwischen Medien, Nazis und Schwarzen, denn das ist er nicht. Und denken Sie bitte auch nicht „Das wird schon“.

Nachfolgend auszugsweise einige der Punkte, mit denen sich Noah Sow in ihrem Buch „Deutschland Schwarz Weiß“ an alle weißen Landsleute wendet, die es nicht länger zulassen wollen, dass rassistisches Gedankengut in unserem Land weiter verbreitet wird.

Fangen Sie bei Ihrem Alltag an

Treten Sie aus der schützenden Anonymität heraus und stellen Sie sich Rassismus entgegen, wann immer er Ihnen begegnet. Achten Sie auf Ihren Sprachgebrauch.

Wenn andere Weiße rassistische Sprüche klopfen, können Sie ihnen beibringen, dass sie das in Ihrer Gegenwart unterlassen sollen, weil Sie keine Lust auf Rassismus haben. Das sollte als Grund genügen.

Wenn Sie im Mediengeschäft arbeiten: Widerstehen sie dem Impuls, Ihr Gehirn und Gewissen abzuschalten und giftige Klischees zu bedienen. Fragen sie sich im Zweifelsfall politischer Korrektheit, ob ein Satz, den Sie in Bezug auf Schwarze loslassen möchten, in Bezug auf „Juden“ oder „Weiße“ oder „Frauen“ überhaupt aussprechbar wäre.

Missionieren Sie nicht im Namen anderer

Es gibt in Deutschland qualifizierte Antirassismus-ExpertInnen. Kontaktieren Sie sie, lassen Sie sich anleiten und kooperieren Sie. Unter Links finden Sie einige Anlaufstellen.

Seien Sie politisch

Wenn Sie in einer Partei sind, sensibilisieren Sie Ihre Ortsgruppe für das Thema und machen Sie klar, dass Deutschland sich vom Ausland so lange Nazisprüche anhören muss, wie unsere Politik und Öffentlichkeit Rassismus verschweigt, verharmlost und nicht konsequent bekämpft.

Sie müssen aber in keiner Partei sein, um ein politischer Mensch zu sein. Schreiben Sie ruhig mal eine Mail an Ihre regionalen PolitikerInnen und auch an die auf Bundesebene, dass das für Sie ein wichtiges Thema ist und Sie von ihnen fordern, es engagiert anzupacken. Lassen Sie sich nicht mit pauschalen „Gegen rechtsextreme Gewalt“-Programmen abspeisen, denn Sie wissen genau, dass diese nicht explizit rassistische Strukturen bekämpfen.

Informieren Sie sich

Lesen bildet - sofern man das Gelesene kritisch hinterfragt. Sollten Sie in aktuellen Medienberichten auf rassistische Tendenzen stoßen, dann nehmen Sie dies nicht einfach nur hin. Schreiben Sie einen Leserbrief an die zuständige Zeitungsredaktion, den Rundfunk- oder TV-Sender, um Ihren Unmut klar und unmissverständlich zu äußern - gerne zu Dokumentationszwecken mit Kopie an die Schwarze deutsche media-watch-Organisation: www.derbraunemob.de. Es empfiehlt sich für solche Korrespondenz unbedingt der Zusatz:

„Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von mir öffentlich geführt wird, und ich dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation und Aufklärung veröffentlichen werde.

Falls Sie Ihre Meinung zu dieser Website und meinem → Buch [link] loswerden wollen: immer her damit! Unter Leserstimmen finden Sie näheres dazu.

Wer sich weiter in das Thema einlesen möchte, findet unter Literatur ausgewählte Bücher zu Geschichte, Theorie und Kulturkritik, Biographien und Autobiographien sowie Lyrik und Prosa.